"Von Schimpf und Ernst" Ein Schirmmeister und sein Schüler

Aktualisiert: 30. Juli 2019



"Der Fechtmeister schlůg seim Schůler den Kopff ab.

Es was ein Schirmeister, der het in vil Stetten Schůl gehalten und gůte Schůler gemacht, Schirmeister. Aber einer was überuß gůt und erhůb sich mit Lucifer, er wolt seinem Meister nichtz entfor geben, je das sie einander ußbutten, umb das Leben zů fechten, und solt jeglicher bruchen, was er künt, und alle seine Kunst. Sie kamen uff dem Blatz zůsamen und machten ir Spiegelfechten, wie man dan thůt. Da sie schier zůsamenkamen, da hielt der Meister sein Schwert stil und sprach zü seinem Schůler: ›Es ist nit geret worden, das ich mit zweien sol fechten.‹ Diser lůgt hinder sich, wer im helffen wolt; und dieweil er hinder sich lůgt, da sprang der Meister herzů und schlůg im den Kopff ab und sprach: ›Den Streich hab ich dich noch nit gelert.‹

Diser Meister hat gethon wie der in dem nechsten gesagten Exempel, das ein Meister im alwegen sol etwas behalten, das er seine Schůler nit leren sol."

Johannes Pauli, Schimpf und Ernst, Erstdruck 1522. Hier Ausgabe Michael Holzinger, Berlin 2014.

Pauli ist um 1455 gebornen und war Franziskaner, Prediger, Lesemeister und deutscher Schwankbuchautor. Damit war er auch ein Zeitgenosse vieler deutschsprachiger Fechtbücher. Umso mehr kann sein Werk von "Schimpf und Ernst" einem jeden Fechter und Fechtlehrer helfen die Bergiffe Schimpf und Ernst aus zeitgenössischer Sicht zu verstehen.


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